TAIJI&QIGONG

Wildgans-Qigong

Wildgans-Qigong wurde in den Kunlun Bergen Chinas entwickelt und gehört zu den traditionellen daoistischen Übungssystemen. Die Übungssequenz zielt vor allem auf die Funktionskreise Milz bzw. Niere ab und dient seit alters her der Lebenspflege, wird aber auch im Medizinischen Qigong eingesetzt. Eine Abfolge von 64 Bewegungsbildern kombiniert ruhige Sequenzen (“Stilles Qigong”) mit dynamischen Abfolgen und Schritten (“Qigong in Bewegung”).

Als legendärer Begründer gilt Dao An, welcher in der Jin-Dynastie (265 – 420) unterrichtet haben soll. Neben der Anfänger-Form gibt es eine weitere Form mit ebenfalls 64 Bildern, welche einen Bezug zu den 64 Hexagrammen des Yijing haben.

In China ist es heutzutage weit verbreitet, in vielen Städten steht auch eine “Wildgans-Pagode”.
Die Wildgans ist ein Symbol für Lebendigkeit, Langlebigkeit, Kraft, Ausdauer und Anmut, wobei sich auch kräftige mit anmutig weichen Bewegungen abwechseln.

Dieser abwechslungsreiche Ablauf orientiert sich sowohl an der außergewöhnlich starken Energie dieses Vogels als auch an seiner Schönheit und Klugheit. Dabei werden insbesondere das Wasser-Element (Nieren-Energie) und das Erd-Element (Milz-Energie) gestärkt, wobei es in manchen Bewegungen Verwandtschaften zum Ba Duan Jin oder auch zum “Weichen Qigong” (“Fliegender weißer Kranich aus Shaolin”) gibt. Einen wesentlichen Unterschied bilden die fließenden Übergänge und der fortlaufende Charakter, sodass man von einer “Form” sprechen kann, ähnlich wie im Taiji Quan, allerdings wesentlich weniger komplex und ohne den Hintergrund aus der Kampfkunst.